Werl, 30.06.2026 – Die Sicherstellung einer flächendeckenden Nahversorgung entwickelt sich zunehmend zur infrastrukturellen Herausforderung. Insbesondere in kleineren Gemeinden, Randlagen oder neuen Wohngebieten stoßen klassische Supermarktformate wirtschaftlich an Grenzen. Im Lebensmitteleinzelhandel entwickeln sich zunehmend automatisierte Kleinflächenformate zu einem eigenständigen Gebäudetyp als innovative Lösung.
Die Ursache liegt vor allem in veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Lebensmitteleinzelhandel. Klassische Filialkonzepte rechnen sich auf kleineren Flächen oder bei geringerer Frequenz häufig nicht mehr. Vor diesem Hintergrund etablieren sich Smart Stores zunehmend als eigenständiger Gebäudetyp – kompakte Verkaufsgebäude mit hoher technischer Ausstattung, ausgelegt für einen automatisierten Betrieb.
Modulare Bauweise reduziert Schnittstellen und Bauzeit
Aus baulicher Sicht liegt der Fokus bei Smart Stores auf einem hohen Vorfertigungsgrad. Tragwerk, Gebäudehülle, Gebäude sowie wesentliche Teile des Innenausbaus und der Gebäudetechnik werden bereits im Werk gefertigt und vorinstalliert. Das reduziert die Anzahl der Gewerke und Schnittstellen auf der Baustelle erheblich. Dabei entsprechen die eingesetzten Materialien und Konstruktionsprinzipien den Standards des konventionellen Bauens.
Praxisbeispiel: Automatisierte Stores mit hoher Integrationsdichte
Mehrere bereits realisierte Smart Stores des Unternehmens deumoba, das sich auf die Planung und Realisierung individueller Modulgebäude spezialisiert hat, verdeutlichen die baulichen Anforderungen dieses Ansatzes: etwa eine Nutzfläche von rund 44 m², ausgelegt für den dauerhaften Betrieb. Die technische Ausstattung ist auf der kompakten Fläche vollständig integriert und umfasst sämtliche für den Betrieb notwendigen Systeme – darunter Zutrittskontrolle, bargeldlose Bezahlinfrastruktur, Sicherheits- und Beleuchtungstechnik sowie die komplette Gebäudetechnik.
Montage und Ausbau vor Ort können mittlerweile in nur zwei Tagen erfolgen, da zu Spitzenzeiten bis zu 30 Fachkräfte parallel im Einsatz sind. Ebenso charakteristisch für die Projekte von deumoba ist das enge Co-Engineering mit Betreibern sowie Technikpartnern, um Gebäudestruktur, technische Systeme und Nutzungskonzept frühzeitig aufeinander abzustimmen. Dieser integrative Ansatz wird bei deumoba unter der Methodik DAUREO gebündelt: Dabei steht nicht das Gebäude als Produkt im Mittelpunkt, sondern die Entwicklung einer funktionalen Raumlösung für konkrete betriebliche, technische und infrastrukturelle Anforderungen.
Nutzungskonzept als Treiber der Bauanforderungen
Die Stores sind für den automatisierten Betrieb ausgelegt und umfassen Sortimente von rund 800 Artikeln. „Smart Stores sind eine logische Weiterentwicklung der Nahversorgung, insbesondere in Regionen mit geringerer Flächennachfrage und Frequenz. Die Anforderungen liegen vor allem in der technischen Integration und der präzisen Umsetzung auf kompakter Fläche“, resümiert Roland Risse, Geschäftsführer von deumoba. So können automatisierte Smart Stores wie die Lösungen von deumoba künftig eine neue Form der lokalen Versorgung etablieren – nah am Bedarf, flexibel im Einsatz und wirtschaftlich auch bei geringerer Auslastung tragfähig.